Montag, 12. August 2013

Äthopien II: Lebensbedingungen

So, zwei Wochen und damit ein Drittel meiner Zeit in Gondar ist schon wieder vergangen, Zeit für ein erstes Update von hier:

Eingangsbereich meines Appartments

Der Aufenthalt hier ist in vielerlei Hinsicht besonders, in Gonder verbringe ich soviel Zeit wie an keinem Reiseort vorher und außerdem wohne ich in einem „eigenen“ Appartment. 
Der größere Unterschied ist natürlich, dass ich seit knapp einem Jahr erstmals wieder „richtig arbeiten muss“, mit Meetings, Excel-Dateien etc.  








Geniale Aussicht vom Balkon

Auch das Wetter ist besonders: Während in Deutschland die Hitze regiert, sitze ich mit ein oder 2 Jacken im Büro, weil es in den vergangenen Tagen außergewöhnlich kalt war (max. 15 Grad tags). Mittlerweile ist es aber wieder wärmer. 
Es regnet außerdem täglich, weshalb ich mich immer über einige Sonnenstunden freue.
 






Weckruf - angry birds klopfen ans Fenster





Mein Arbeitsplatz

Verglichen mit meinen vorherigen Reiseländern ist Äthopien im Hinblick auf die Lebensbedingungen der meisten Menschen nochmal eine andere Kategorie. Laos und Kambotscha sind wahrscheinlich auf einem vergleichbaren Niveau, aber die (touristische) Infrastruktur war dort „gehobener“.

Im heutigen Post werde ich die Lebensbedingungen der (meisten) Menschen hier und die Arbeit von Kindu Trust etwas näher beschreiben. Daraus wird ersichtlich, wie notwendig die Arbeit von Hilfsorganisationen hier ist. 
 
Die Bevölkerungsmehrheit lebt in slumartigen Verhältnissen (wahrscheinlich über 80%). Eine normale, einfache Hütte besteht dann aus Lehmwänden und einem Wellblechdach, oft nur ein Raum, in dem eine ganze Familie lebt und schläft. Kein Strom, Wasser muss von zentralen Punkten mit Kanistern in die Häuser gebracht werden. Dementsprechend sind die sanitären Verhältnisse. Manchmal gibt es öffentliche Toiletten und evtl. Duschen. Dann können die Menschen es sich leisten, wenigstens einmal pro Woche zu duschen. 

Die meisten haben keine geregelte Arbeit, einige schlagen sich als Tagelöhner durch. Auf dem Land bietet die Landwirtschaft oft eine geringe Einkommensquelle.

Hier einige Impressionen:
















KinduTrust hilft einigen der bedürftigsten Kindern (mit Priorität Waisen, Kinder mit HIV und behinderte Kinder) durch Kinder-Patenschaften (aktuell ca. 300 Kinder). Die Familien erhalten monatlich Geldzuwendungen, um sich das Nötigste kaufen zu können, außerdem werden Ausbildungs- und Arztkosten übernommen. In Gondar erhalten die Kinder außerdem die Möglichkeit, einmal pro Woche in einer Kinder- bzw. Jugendgruppe teilzunehmen.
Ein weiteres, neueres Standbein von KinduTrust ist, den Familien der gesponsorten Kinder zu helfen, eigenes Einkommen zu erzielen. Das beginnt bei kleinstem Kunsthandwerk, welches im „Kindu-Shop“ verkauft wird, geht über die Starthilfe für kleine Läden (z.B. ein Friseursalon) bis zu einem größeren Bäckerei-Projekt, welches 10 Müttern von gesponsorten Kindern einen festen Arbeitsplatz gebracht hat.

In den nächsten Posts werde ich einige Kindu-Aktivitäten näher vorstellen. Wer jetzt schon mehr wissen möchte, Kindu Trust hat auch eine sehr informative homepage: http://kindutrust.org/


Das Kindu-Gelände


Kindergruppe im Hauptgebäude

Englisch-Unterricht im Freien



Mittagessen für die Kleinen



Auch Regen macht erfinderisch



Mütter mit Kindern auf dem Kindu-Hof
Kameras üben eine große Faszination aus...

Für alle meine Blog-Leser, die KinduTrust auch unterstützen möchten, habe ich eine Spenden-Seite eingerichtet, über die per Kreditkarte oder über Paypal gespendet werden kann:
http://uk.virginmoneygiving.com/APeacock
 
Ich habe länger überlegt, ob die Spenden ohne spezielle Widmung erfolgen sollten (letztendlich müssen ja alle Ausgaben einer Hilfsorganisation gedeckt werden) oder ob sich ein sinnvoller, quasi zusätzlicher Zweck finden läßt - und ich bin fündig geworden:
Gelegentlich kommt es leider (aus unterschiedlichen Gründen) vor, dass Sponsoren ihre Zahlungen einstellen. Diese Kinder würden dadurch unverschuldet aus der dringend benötigten Unterstützung herausfallen. Damit das möglichst vermieden werden kann, übernimmt Kindu Trust für ein halbes Jahr die Kosten aus einem allgemeinem Budget (bei Härtefällen auch länger). Gleichzeitig wird in dieser Zeit versucht, einen neuen Sponsor zu finden, was meistens auch funktioniert. 
 
Für diese Zahlungen als auch für weitere Sonderausgaben (bspw. Anschaffung eines Rollstuhls, damit ein behindertes Kind die Schule besuchen kann) werden ständig Geldmittel benötigt. Eure Spenden soll diese Kinder unterstützen. 
Schon an dieser Stelle allen Spendern ein ganz herzliches Dankeschön!!

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